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Bericht Informartionsabende 2018

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Präzisionszüchtung als neue Form der Gentechnik.

„Wir brauchen einen Neustart der Gentechnik-Diskussion“. Das forderte Univ.-Prof. Dr. Joseph Strauss bei den Informationsveranstaltungen der Europäischen Föderalistischen Bewegung, die in Zusammenarbeit mit den Bezirkskammern für Land- und Forstwirtschaft in Feldbach und im Europahaus Neumarkt durchgeführt wurden.
Gentechnik sei durch Fehlentwicklungen, die die klassische Gentechnologie mit sich gebracht hätte, in Verruf geraten. Prof. Strauss kritisierte aber auch, dass in der Gentechnikdiskussion Emotionen entgegen jeglichen wissenschaftlichen Erkenntnissen geschürt würden. Er stellte die neuesten Methoden vor, die dazu dienen, das Genom einer Pflanze zu verändern, um ihre Eigenschaften zu modifizieren ohne artfremde DNA einzuschleusen. Die dadurch erreichten Veränderungen könnten auch in der Natur durch spontane Mutation entstehen.

In der klassischen Züchtung werden erwünschte Veränderungen ebenfalls angestrebt, aber nur auf wesentlich mühsamerem und langwierigerem Weg, wenn überhaupt, erreicht. Für die Landwirtschaft eröffnen die neuen Methoden viele Chancen: Es könnten Pflanzen gezüchtet werden, die sich besser an schwierige Umweltbedingungen anpassen – etwa Trockenheit, Bodennässe oder Versalzung und die Aufnahme von Nährstoffen aus dem Boden könnte verbessert werden. Das sei ein wichtiger Betrag, die wachsende Weltbevölkerung ernähren zu können.
Gentechnik – müssen wir umdenken? Präzisionszüchtung als neue Form der Gentechnik
„Wir brauchen einen Neustart der Gentechnik-Diskussion“. Das forderte Univ.-Prof. Joseph Strauss bei einer Informationsveranstaltung der Europäischen Föderalistischen Bewegung, die in Zusammenarbeit mit der Bezirkskammer für Land- und Forstwirtschaft in Feldbach durchgeführt wurde. Gentechnik sei durch Fehlentwicklungen, die die klassische Gentechnologie mit sich gebracht hätte, in Verruf geraten. Prof. Strauss kritisierte aber auch, dass in der Gentechnikdiskussion Emotionen entgegen jeglichen wissenschaftlichen Erkenntnissen geschürt würden. Er stellte die neuesten Methoden vor, die dazu dienen, das Genom einer Pflanze zu verändern, um ihre Eigenschaften zu modifizieren ohne artfremde DNA einzuschleusen. Das Revolutionäre an dieser Technik liegt im vergleichsweisen minimal invasiven, gezielt „chirurgischen Eingriff“ in die DNA und in der schnellen Anwendbarkeit in der Praxis. Bei dieser, CRIPSR/Cas9 genannte Methode werden auch keine artfremden Gene irgendwo in die DNA eingebaut, wie in der herkömmlichen Gentechnik, sondern ein Enzym steuert gezielt eine Stelle im Erbgut an, zerschneidet dort die DNA und die natürlichen Mechanismen der Zelle reparieren den Strang dann automatisch. Daher wird auch der Begriff Genschere verwendet. Die dadurch erreichten Veränderungen könnten auch in der Natur durch spontane Mutation entstehen. In der klassischen Züchtung werden erwünschte Veränderungen ebenfalls angestrebt, aber nur auf wesentlich mühsamerem und langwierigerem Weg, wenn überhaupt, erreicht.

Rodlauer KopieFür die Landwirtschaft eröffnen die neuen Methoden viele Chancen: Es könnten Pflanzen gezüchtet werden, die sich besser an schwierige Umweltbedingungen anpassen – etwa Trockenheit, Bodennässe oder Versalzung. Die Feinwurzelarchitektur könnte verbessert werden, damit die Wurzeln mehr Nährstoffe wie Phosphor oder Stickstoff aus dem Boden aufnehmen. Auch die Toleranz oder Resistenz gegenüber Krankheiten und Schaderreger sowie Lagerungsfähigkeit und Qualität von Lebens- und Futtermitteln könnten verbessert werden. Das sei ein wichtiger Betrag, die wachsende Weltbevölkerung ernähren zu können.
Diese Entwicklungen gehen auch mit einer gesellschaftlichen Diskussion einher. Der Europäische Gerichtshof muss nun entscheiden, ob durch den Einsatz von Crispr/Cas9 gentechnisch veränderte Organismen entstehen. Wie viel Gentechnik ist bei der Entwicklung neuer Pflanzen erlaubt? Mit dem Urteil über die Gen-Schere Crispr/Cas9 könnte sich die Pflanzenzüchtung radikal verändern. Bisher hat der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs hat seine Stellungnahme abgegeben. Nach seiner Einschätzung entsteht nicht zwangsläufig ein gentechnisch veränderter Organismus (GVO), wenn das Erbgut mit Crispr/Cas9 verändert wurde. Die Gen-Schere darf demnach ohne strenge Reglementierung eingesetzt werden, wenn dabei ein Produkt entsteht, wie es auch auf natürliche Weise möglich wäre. Die Luxemburger Richter müssen dieser Stellungnahme nicht folgen, aber in der Praxis übernehmen sie bei komplizierten Fragestellungen häufig die Bewertungen ihres obersten Gutachters. Mit dem endgültigen Urteil wird in den nächsten sechs Monaten gerechnet.

 

GruppeRef Kopie2. März 2018 Raiffeisensaal FeldbachGruppe Kopie6. März 2018 Europahaus Neumarkt/Stmk.