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Europaseminar für Pädagogen am Retzhof

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Europaseminar für Pädagogen:  Menschenrechte müssen gesichert werden – Ansturm auf das Europaseminar im Bildungshaus Retzhof

Aktuelle Herausforderungen durch Populismus stellen die Wertebasis unserer Gesellschaft auf die Probe. In den sozialen Medien werden letzte Tabus gebrochen. Auch in Europa ist die Todesstrafe für nicht wenige Menschen wieder eine Option. Univ.-Prof. Wolfgang Benedek, langjähriger Kämpfer für die Menschrechte, musste Erosionserscheinungen bei der Anerkennung von Grundwerten feststellen, weltweit, aber auch in Europa. „Aber gerade in Zeiten der Zerrissenheit bilden die Menschenrechte eine wichtige Klammer“ mahnte Prof. Benedek.
Das diesjährige Europaseminar des Europäischen Erzieherbundes/EEB stellte europäische Werte in den Mittelpunkt. Dr. Gerda Lichtberger, Obfrau des steirischen Landesverbandes des EEB, hob bei der Eröffnung hervor, wie wichtig es sei, diese Werte bekannt zu machen. 80 Pädagogen aus Kroatien, Ungarn, Serbien, Rumänien, Bosnien-Herzegowina und der Steiermark trafen sich im Bildungshaus Retzhof zu einem Erfahrungsaustausch.
Mag. Romed Perfler berichtete aus der Arbeit des Österreichischen Integrationsfonds. Neben Sprache und Arbeit seien Werte zentraler Inhalt der Integration. Es stelle sich hier eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, für Ministerien bis hin zu Gemeinden. Mit dem Angebot an Werte- und Orientierungskursen wurden bisher mehr als 10000 Migranten erreicht.  Mag. Perfler hob aber auch die Bedeutung von Eigeninitiative hervor.
Die Sicht Serbiens auf die EU analysierte Mag. Belma Cokovic, Integrationsbeauftragte an der österreichischen Botschaft in Belgrad. Nach wie vor herrsche in Serbien eine positive Stimmung für die EU, das drücke sich auch in dem optimistischen Fortschrittsbericht der EU-Kommission aus. Die emotionale Sympathie für Russland sei aus der Geschichte und mit der Religion zu erklären.
Die Stimmung der jungen Menschen in Bosnien-Herzegowina wurde von Schülern aus Bihac dargestellt. Das politische System biete der Jugend keine Perspektiven. Wie schon die Großeltern als Gastarbeiter und die Eltern als Flüchtlinge sehe die heutige Jugend ihre Chance in der Auswanderung.

europaseminar-retzhof-11-11-2016 nr01Europäisch ausgezeichnet
Die Tagung im Retzhof war auch Anlass, langjährigen Mitarbeitern in der „Arbeit für Europa“ mit der Verleihung der Ehrennadel in Silber mit zu danken.
Min. Rat Mag. Manfred Wirtitsch, Präsident des EEB ehrte Honorarkonsul Hofrat Mag. Dr. Jörg Hofreiter besonders für seine unermüdliche Arbeit mit Studenten aus Bosnien-Herzegowina; Mag. Gabi Pfeifer, Caransebes/RO und die Ungarinnen Mag. Márta Cer/Szombathely und Dir. Maria Blandl-Bischof/Boly für ihr Engagement für die „Öffnung nach Europa“. Die Beziehungen zu den Europäischen Föderalisten Steiermark bestehen seit ca. 30 Jahren.