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Europa-Forum Neumarkt: „Europas Verlorene Generation oder Hoffnung für die Jugend“

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Welche Perspektive kann die EU der Jugend bieten? Diese Frage stand im Fokus des diesjährigen Europa-Forum Neumarkt vom 17. – 19. Juli 2015 auf. Über 100 Teilnehmer aus ganz Europa trafen sich auf Einladung der Europäischen Föderalisten im Europahaus Neumarkt. Jugenddelegationen kamen auch aus Kroatien, Ungarn und erstmals aus der Ukraine.

Die Krise in Europa betrifft junge Menschen ganz besonders. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt in vielen Teilen Europas weit über der allgemeinen Arbeitslosigkeit. „Europa ist gefordert, es darf nicht eine verlorene Generation heranwachsen“, appellierte David Schrock, Bundesvorsitzender der Jungen Europäischen Föderalisten Deutschland an die verantwortliche Politik. Die EU-Jugendbeschäftigungsinitiative setzt mit ihrer Jugendgarantie wichtige Impulse. Diese Jugendgarantie soll sicherzustellen, dass allen jungen Menschen unter 25 Jahren innerhalb eines Zeitraums von vier Monaten, nachdem sie arbeitslos werden oder die Schule verlassen, eine hochwertige Arbeitsstelle oder Weiterbildungsmaßnahme angeboten wird.

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Dr. Christian Operschall, in Österreich im Sozialministerium für die Umsetzung der Jugendgarantie zuständig, konnte von ersten erfolgreichen Projekten berichten. Er verwies auch auf eine lange Tradition der im Verhältnis zu anderen Ländern erfolgreichen Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit in Österreich. Diese Erfahrungen sind auch für die europäische Ebene nützlich. Arbeitsplätze können allerdings nur in einem positiven wirtschaftlichen Umfeld angeboten werden.

Die von EU-Kommissionspräsident Juncker präsentierte Investitionsinitiative kann einen wichtigen Anstoß für die Schaffung von zusätzlichen Arbeitsplätzen bieten. Darauf verwies Mag. Franz Nauschnigg von der Österreichischen Nationalbank. Er berichtete auch von weiteren Anstrengungen in Europa, durch eine expansive Geld- und Fiskalpolitik Wirtschaftswachstum zu erreichen.

„Die heutigen Probleme in Europa sind weniger Probleme Europas als vielmehr Probleme der Nationalstaaten“, betonte Dr. Franz Schausberger, ehemaliger Landeshauptmann von Salzburg, der heute eine wichtige Rolle im EU-Ausschuss der Regionen spielt. Wichtige Politikbereiche können heute nur auf europäischer Ebene gelöst werden. In einer globalisierten Welt müsse den Menschen aber auch Gelegenheit zu regionaler Verwurzelung geboten werden. Dr. Schausberger verwies auch auf die zunehmenden Möglichkeiten grenzüberschreitender regionaler Zusammenarbeit.

Das in Österreich besonders heiß diskutierte Thema TTIP wurde von Mag. Barbara Tasch-Ronner und von Mag. Herwig Wutscher dargestellt. Erreicht werden soll mit diesem Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA eine Verbesserung des Marktzuganges besonders für Klein- und Mittelbetriebe. Kritikpunkten sei inzwischen durch eine verstärkte Transparenz Rechnung getragen worden, Verhandlungspositionen für Jedermann abrufbar. Letztlich kann dieses Abkommen nur bei Zustimmung durch das Europäische Parlament und nationaler Parlamente in Kraft treten.

Die zukünftige Rolle Großbritanniens in der EU wurde von Karim Mohamed von derÖsterreichischen Gesellschaft für Außenpolitik untersucht. Er stellte dar, dass Großbritannien seit seinem Beitritt zur EU immer wieder eine Sonderrolle eingenommen habe. Ob sich die Briten bei einem Referendum für oder gegen einen Verbleib in der EU entscheiden würden, werde sich erst nach einer intensiven Kampagne entscheiden.

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Bei Kaiserwetter

„Österreich 20 Jahr EU-Mitglied“ stand im Mittelpunkt einer Festveranstaltung im Schlosshof des Europahauses. Nach der Begrüßung durch Landesobmann Prof. Franz Majcen führte Hausherrin Christa Hofmeister durch das Programm.

Wirtschaftskammerpräsident Dr. Christoph Leitl zog zusammen mit Europalandesrat Dr. Christian Buchmann eine positive Bilanz. Im Rahmen dieser Festveranstaltung wurden LH a.D. Dr. Franz Schausberger, Bgm. a.D. Dr. Franz Dobusch und Monika Bauernberger mit dem Orden „Merite Europeen“ in Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet. Manfred Harant erhielt die Goldene Ehrennadel der Europäischen Föderalistischen Bewegung.

The Cover Girls umrahmten im elegantem Swing.

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