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Europastimme 2012 Nr4 online

2012-04-Europa-StimmeSeit 55 Jahren - Unser Europahaus

Es steht nicht gut um Europa. Für europäisch denkende Menschen wird wieder einmal deutlich, Europa kann nicht ohne seine Bürger entstehen.
Jürgen Habermas forderte kürzlich dazu auf, mehr für das europäische Projekt zu kämpfen. Das gilt für Regierungen, für die Medien, dieser Kampf muss aber wesentlich von Menschen mit Europabewusstsein getragen werden.

Schloss Forchtenstein in Neumarkt – unser Europahaus – hat eine lange Geschichte.Seine Anfänge reichen in das 12. Jahrhundert zurück. Die Burg war lange ein Bollwerk an einem bedeutenden Handelsweg von Norden nach Süden. Schon vorher stand hier ein römischer Wachtturm. Diese historische Dimension griff Robert Schuman, einer der Väter der Europäischen Union auf, als er das Europahaus besuchte. „Möge diese Burg eine Festung des europäischen Gedankens sein“, wünschte Robert Schuman. 1957 wurde hier von den Europäischen Föderalisten ein Europahaus eingerichtet, benannt nach dem Gründer Karl Brunner. Damit ist dieses Haus seit 55 Jahren ein Treffpunkt für Europäer. Durch Begegnungen sind sich hier Menschen aus ganz Europa näher gekommen. Die Europäische Union braucht das Vertrauen und die aktive Mitwirkung ihrer Bürger. Durch einen Dialog über Europa, wie er in diesem Europahaus
geführt wird, kann das Verständnis für Europa gestärkt werden und ein Gefühl für Europa entstehen. „Gestern waren wir Utopisten, heute sind wir Realisten“, konnte Prof. Claus Schöndube, der den Werdegang des Europahauses immer mit geprägt hatte, anlässlich eines früheren Jubiläums feststellen. Gerade auf dieser Burg könne man mit Freude sehen, dass in Europa aus Feldzügen von einst Redeschlachten von heute geworden seien. Tausende, vor allem junge Menschen, haben auf dieser Burg Europa erleben können und sind so zu Trägern der Europaidee geworden. Das sei die erfolgreichste Friedensbewegung aller Zeiten.

Unser Europahaus feiert in diesem Jahr sein 55-jähriges Bestehen. Es hat in all den Jahren einen wichtigen Beitrag zum Aufbau eines europäischen
Bewusstseins leisten können. Die Diskussion aktueller Entwicklungen der europäischen Einigung, die Beschäftigung mit Minderheiten und vor
allem die Begegnung junger Menschen waren Schwerpunkte damals wie heute. Unser Europahaus war Vorkämpfer für die Erweiterung des Bewusstseins über Grenzen hinweg. Die aktuelle Krise wird nicht durch Rückzug auf nationale Egoismen gelöst werden können. Es muss Bewusstsein für  europäische Solidarität entstehen. Dazu leistet unser Europahaus einen wichtigen Beitrag.

„Baujuwel-Platzwahl“
Das Europahaus Neumarkt/Schloss Forchtenstein wurde für die Kleine Zeitung-Aktion „Platzwahl – schönstes Baujuwel der Steiermark“ nominiert und liegt derzeit vorne dabei. Stimmen Sie zu und unterschreiben Sie auf dem Stimmzettel oder online, beides unter www.kleinezeitung.at/platzwahl. Postadresse: Kleine Zeitung, KW „Platzwahl“, 8010 Graz, Schönaugasse 64