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Internationales Europaseminar für Lehrer 2011

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Internationales Europaseminar für Lehrer
Auf Einladung des Europäischen Erzieherbundes trafen sich in Retzhof Lehrer aus der Steiermark sowie aus Ungarn, Slowenien, Rumänien, Bulgarien und Polen zu einem Europaseminar. Schwerpunkte dieses Treffens waren die Migration als gesellschaftliche Herausforderung und die Finanzkrisen in Europa. Hofrat Rupert Dirnberger, Obmann des Europäischen Erzieherbundes Steiermark, hob bei seiner Eröffnung die Bedeutung dieses Treffens für den grenzüberschreitenden Gedankenaustausch hervor.
Eingeleitet wurde das Treffen mit der Verleihung der goldenen Ehrennadel des Europäischen Erzieherbundes an Hofrat Rupert Dirnberger. Ihm wurde diese Auszeichnung für langjährige europäische Initiativen in der schulischen Bildung von Generalsekretär Hofrat  Dr. Fritz Mairleitner verliehen.

Das Schwerpunktthema "Politische und soziale Dimensionen der Migration" behandelte Franz Küberl, Präsident der Caritas. Seit Tausenden von Jahren gibt es ökonomische, soziale oder politische Gründe, die Menschen dazu bringen, ihre Heimat zu verlassen und anderswo einen neuen Anfang zu wagen. Küberl erinnerte an die burgenländischen Auswanderer nach dem Zweiten Weltkrieg oder an die Zuwanderer, die vor 50 Jahren als Gastarbeiter angeworben wurden. Heute haben wir es zunehmend mit Flüchtlingen zu tun, die in einer ausweglosen Situation alle Risiken auf sich zu nehmen bereit sind, um nach Europa zu kommen. Die Globalisierung müsse auch den armen Ländern Chancen lassen, forderte Küberl und 
regte ein "Europäisch-Afrikanisches Jugendwerk" an, das nach dem Vorbild des Deutsch-Französischem Jugendwerkes nach dem Zweiten Weltkrieg heute zur Bewusstseinsänderung beitragen könne.
"Die Migration in der schulischen Praxis" wurde von BSI Johannes Lickl und Direktor Dr. Franz Nowak behandelt. „Interkulturelles Lernen“ ist seit Anfang der 1990er Jahre an den allgemein bildenden Schulen als Unterrichtsprinzip verankert. Das Unterrichtsprinzip hilft allen Beteiligten zu entdecken, dass Menschen gleichwertig, aber unterschiedlich sind und dass man voneinander lernen kann.
Mag. Franz Nauschnigg, Leiter der internationalen Abteilung der Österreichischen Nationalbank erläuterte die Bedeutung der europäischen Zusammenarbeit am Beispiel der Finanzkrise. Diese Zusammenarbeit war und ist für die Bewältigung der Krise zentral. Sie funktioniert heute im Gegensatz zu den 1930er Jahren. Der Euro wirkt als Schutzschirm in der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise und schützt vor Währungskrisen und Wechselkursschwankungen, er schützt aber nicht vor  Bank- und Staatsschuldenkrisen. Die EU-Staaten haben zu deren Überwindung mehrere Rettungsschirme beschlossen. Das Ziel ist es, die krisenhaften Folgen zu mindern und den Euro insgesamt zu stabilisieren.

Die Ergebnisse der EU Ratspräsidentschaften im Jahr 2011, Ungarn und Polen, wurden von Ferenc Schmidt und Barbara Gajda präsentiert. Die ungarische Ratspräsidentschaft konzentrierte sich auf Wachstum und Beschäftigung zur Bewahrung des europäischen Sozialmodells, ein stärkeres Europa und eine bürgernahe Europäische Union. Polen wollte sich als junger Staat präsentieren, der Europa positive Impulse zu schenken vermag. Im Rahmen der polnischen Ratspräsidentschaft wurden inzwischen auch die Verhandlungen für das Budget der EU von 2014 - 2020 abgeschlossen.

Für die ausländischen Gäste an diesem Treffen wurde auch eine Exkursion in die Südsteiermark geboten. HOL Johann Sudy organisierte einen Besuch in der Bundesheerkaserne Straß.
Max Wratschgo, der Organisator des Seminars konnte bereits ankündigen, dass auch für nächstes Jahr ein solches Treffen geplant sei.