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44. Feldbacher Europagespräche erfolgreich

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Kein Europa der zweiten Reihe – Kultur,  starker Kitt für Europa

Die Bedeutung von Bildung und Kultur für das Zusammenwachsen der EU stand im Mittelpunkt der
44. Feldbacher Europagespräche, an denen Max Wratschgo u.a.  eine starke bayerische Gruppe unter Leitung von Horst Denzer und einer Delegation aus dem ungarischen Komitat Baranya, aus der Slowakei sowie aus 4 österreichischen Bundesländern begrüßen konnte. Es schien so, als wollten sie mit ihrer Anwesenheit ihre Bildung beweisen. Handfeste Gründe gab es dafür: Es galt zu gedenken 60 Jahre Europarat (mit einer Ausstellung), 50 Jahre der ersten österreichischen Europawahl in Feldbach und Umgebung und 20 Jahre Freundschaftsverein BASTEI, der die Baranya und die Steiermark seit dem Fall des Eisernen Vorhangs verbindet und im Anschluss an die Europagespräche eine große Delegation zu einem zweitägigen Besuch nach Pécs unternahm.
Nach den Grußworten von Bürgermeister Kurt Deutschmann und Bezirkshauptmann Hofrat Wilhelm Plauder beleuchteten Prof. Agnes Borgulya von der Universität Pécs, Landesschulinspektor Rupert Dirnberger aus Graz und die frühere Augsburger Kulturbürgermeisterin Eva Leipprand Europas kulturelle Identität jeweils aus ihrer Sicht.
Max Wratschgo kritisierte als Präsident der Europäischen Föderalistischen Bewegung die Bestrebungen einiger Länder, die EU zu einem Europa der zwei Geschwindigkeiten zu machen. Für Wratschgo steht außer Frage, dass jene Länder, die sich über ihre gemeinsamen Vorhaben einig sind, als Vorreiter agieren müssen: "Wir wollen kein Europa der zweiten Reihe, in dem Staaten bei diversen Gesamtprojekten nicht mitmachen. Dies führt dazu, dass wir ein Europa der zwei Geschwindigkeiten bauen."
Auch Eva Leipprand aus Augsburg meinte, dass Europa noch immer ein sprödes Gebilde sei, in dem sich die Menschen nicht für einen gemeinsamen Binnenmarkt begeistern lassen. Auch wenn die Bewerbung Augsburgs zur Kulturhauptstadt nicht erfolgreich war, so haben sich daraus wichtige internationale kulturelle Kontakte ergeben, so zu Graz oder jetzt zur Europastadt Feldbach und zu Pécs, der Kulturhauptstadt Europas 2010. "Es ist die Aufgabe der Kultur, das Zusammenwachsen der 27 Staaten zu fördern und Europa eine Seele zu geben", so Leipprand, Ex-Bürgermeisterin von Augsburg.
Für Agnes Borgulya, die auch Mitbegründerin der BASTEI ist, hat die europäische Kulturgemeinschaft Grundwerte wie die Freiheit und das Christentum, aber auch Veränderungen über die Zeiten und die Gesellschaften durchgemacht. Sie ist immer auf die Aneignung durch Bildung und Erziehung angewiesen und meinte weiter: "Die politische Macht ist in der Lage, durch Demagogien Köpfe und Gefühle zu manipulieren. Die größten Schäden werden den Völkern durch die Zerstörung der Zivilorganisationen und durch die Stiftung von Misstrauen zugefügt."
Landesschulinspektor Rupert Dirnberger, zugleich Obmann des Europäischen Erzieherbundes in der Steiermark, erkennt aus der Sicht eines österreichischen Schulaufsichtsbeamten im europäischen Kulturkreis einen Wandel der Bildungsziele: vor der Aufklärung seien sie durch Gott gegeben, danach bestimmt durch die Notwendigkeit der Menschen in einer Gesellschaft zu leben. Menschen, die auf Grund ihrer Bildung gut in ihren Kulturkreis eingebettet seien und sich mit ihren kulturellen Wurzeln identifizieren könnten, seien auch bereit, sich für andere zu öffnen und ohne Berührungsängste auf diese zuzugehen.
Ein Zeichen der Integration, setzte auch die herausragende musikalische Umrahmung durch die Musikgruppe „anBandln“ der Lebenshilfe Feldbach. Symbolträchtig: es wurde viel angebandelt an diesem multinationalen europäischen Abend auf den es sich mit den Weinen aus dem Komitat Baranya und dem Bezirk Feldbach gut anstoßen ließ.

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