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Europäische Begegnung Juli 2009

europaeische-begegnung-juli2009_nr01An die Verantwortungsträger in der Europäischen Union:
Resolution der jungen Stimmen Europas
anlässlich der Europäischen Begegnung `09 im Europahaus Neumarkt
vom 10. – 17. Juli 2009

Die vorliegende Resolution wurde bei der internationalen Jugendbegegnung 2009 in Neumarkt erstellt. Thema dieser Jugendbegegnung war: „ich und du – wir sind EU“. Insgesamt über 60 Jugendliche haben sich Gedanken gemacht, wie ein gutes und friedliches Zusammenleben in Europa möglich ist, welche Möglichkeiten die Europäische Union jungen Menschen in Europa bietet, welche Rollen Medien in der Berichterstattung über die EU spielen und vieles mehr. Weitere Fotos zu dieser Veranstaltung finden Sie im Fotoalbum.
Den Text der Resolution haben von der ersten Gedankensammlung bis zur Ausformulierung die teilnehmenden Jugendlichen ausschließlich selbst erstellt.  Da 95 % der TeilnehmerInnen nicht aus Österreich waren, sind vielleicht manche Formulierungen und ebenso manche der Anliegen für österreichische LeserInnen ungewohnt zu lesen.
Aus insgesamt 54 gesammelten inhaltlichen Punkten haben sich die Jugendlichen in einem intensiven Diskussionsprozess auf die vorliegenden 7 Forderungen als für sie am wichtigsten geeinigt und diese einstimmig beschlossen.
Die Forderungen dieser Resolution richten sich an Verantwortungsträger innerhalb der Europäischen Union. Es ist dies eine Resolution von über 60 Jugendlichen aus Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Polen, Slowakei, Slowenien, Italien und Österreich. Die Jugendlichen sind zwischen 15 und 19 Jahre alt.
Die Resolution bietet daher für Verantwortungsträger eine einzigartige Möglichkeit zu lesen, wo Jugendlichen in Europa „der Schuh drückt“, was sie bewegt und was sie sich wünschen.
In diesem Sinne hoffen wir, dass diese Resolution ein kleiner Beitrag zu unserem gemeinsamen Europa ist und danken den Jugendlichen für das große Engagement beim Erstellen der Resolution und allen LeserInnen danken wir für die Aufmerksamkeit!

Neumarkt, am 15. Juli 2009


Wir, die Mitglieder der Europäischen Jugendbegegnung Neumarkt haben einige Vorschläge an die EntscheidungsträgerInnen in Europa. Unsere Ideen wurden in zahlreichen Diskussionen unter Jugendlichen aus verschiedenen Ländern der Europäischen Union formuliert.
1.)    Die medizinische Versorgung ist in Europa auf einem relativ hohen Niveau, dennoch sind einige Verbesserungen unumgänglich. Eine völlig kostenlose medizinische Versorgung ist heute möglich und muss in ganz Europa unter Einhaltung einheitlicher, hoher Standards durchgesetzt werden. Die Wartezeiten für Operationen und Behandlungen sollten umgehend verkürzt werden. Neue Technologien müssen schneller erforscht und in die Praxis umgesetzt werden. Die Bereitschaft zur Organspende muss stärker werden.

2.)    Bürokratie kostet den Bürgern in erster Linie viel Geld und Zeit. Es gibt zu viele sinnlose Ämter und unnötige Amtswege, die die Menschen an ihrem Weiterkommen hindern. Viele Prozeduren werden absichtlich verkompliziert. Eine Lösung wäre ein gutes und schnelles elektronisches System aufzubauen um Geld zu sparen und weniger Beamte zu benötigen.

3.)    Unserer Meinung nach ist das Schulsystem überall sehr wichtig, weil die Menschen überall gleich gut ausgebildet werden sollen, müssen die Unterschiede im Schulsystem verkleinert werden, sodass die SchülerInnen und StudentInnen ohne Probleme einen Teil ihrer Ausbildung im Ausland absolvieren können. Geschichte, Kultur und Landeskunde müssen einen höheren Stellenwert bekommen und Schüler müssen besser über ihre Perspektiven informiert werden. Junge Menschen brauchen über die Europäische Union. Diese sollte aber in einer dynamischen und jugendgerechten Art und Weise präsentiert werden. Die Vermittlung europäischen Denkens sollte bereits in der Schule beginnen.

4.)    Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen und Toleranz gegenüber anderen Menschen, diese Themen gehören zu unserem alltäglichen Leben. Obwohl wir uns im Zeitalter rascher technologischer Fortschritte befinden, werden Männer und Frauen noch immer nicht gleich behandelt. Die Menschen werden gegenüber anderen Nationen, Religionen, und Lebenseinstellungen immer intoleranter. Für uns, die Zukunft Europas, ist es wichtig, dass sich diese Situation ändert, damit wir friedlich zusammenleben können und die Chance nützen andere Sitten kennen zu lernen.

5.)    Wir möchten mehr Transparenz schaffen. Bewerbungen sollten im Internet veröffentlicht werden und die Quelle und Verwendung der  Parteigelder solle einfach abzurufen sein. Der Weg des Geldes muss immer nachvollziehbar sein. Menschen sollen motiviert werden keine Bestechungs-gelder anzunehmen oder herzugeben. Die Polizei darf sich nicht an kriminellen Aktivitäten
beteiligen und muss unter strenge Kontrolle gestellt werden.

Wir bestehen darauf, dass unsere natürlichen Ressourcen nicht an Konzerne verkauft werden. Wir fordern, dass Recycling verpflichtend sein muss. Die Staaten sollen erneuerbare Energien wie Solarenergie, das Sammeln von Regen, geothermische Energie und Wasserkraft ausbauen. Umweltverschmutzung muss härter bestraft werden. Öffentliche Verkehrsmittel müssen eine ernsthafte Alternative zum Auto werden. Die Wälder müssen erhalten bleiben.

6.)    Die Verantwortlichen der EU sind angehalten, Firmen finanzielle Unterstützung zu bieten,
7.)     ein wirtschaftliches Risiko einzugehen um Arbeitsplätze zu schaffen. Das wäre ein gutes Rezept, um die derzeitige Weltwirtschaftskrise nachhaltig zu bekämpfen.

Unterzeichnet von den TeilnehmerInnen aus 8 europäischen Ländern.