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Europaseminar für Lehrer:

thumb_gruppe_vas_mit_marta_cserErziehung zur Demokratie

Erziehung zur Demokratie ist ein wesentliches Ziel der Pädagogik. Dieses Anliegen betrifft die Ebene der Schule ebenso wie die lokale, nationale und europäische Gesellschaft. Die 2009 anstehende Wahl zum Europäischen Parlament stellt eine besondere Herausforderung für die Pädagogik dar, die Bedeutung der Demokratie auf europäischer Ebene in Bewusstsein der Schüler zu verankern. Grenzüberschreitender Erfahrungsaustausch auf diesem Gebiet war das Ziel eines

internationalen Europaseminars für Lehrer 2008, zu dem der Europäische Erzieherbund und die Europäischen Föderalisten in den Retzhof bei Leibnitz eingeladen hatten. Lehrer aus der Steiermark sowie aus Ungarn, Rumänien und Bulgarien trafen sich um gemeinsam  die Entwicklung der europäischen Demokratie seit der Gründung der Europäischen Institutionen von 50 Jahren zu analysieren.

thumb_steirische_delegation_1Hofrat Rupert Dirnberger, Obmann des Europäischen Erzieherbundes, trat bei seiner Eröffnung dafür ein, Demokratieerziehung verstärkt in einem europäischen Zusammenhang zu sehen. Auch Hofrat Ludwig Rader betonte die Notwendigkeit, die Europäische Integration demokratisch zu untermauern. Die Menschen müssen auf dem Weg der europäischen Entwicklung mit genommen werden. Das Recht ist einerseits die Basis der europäischen Integration, die Demokratie muss andererseits diesen Entwicklungsprozess begleiten. Solidarität als Vision für Zukunft kann die Menschen von der Sinnhaftigkeit dieser Entwicklung überzeugen.

thumb_steirische_delegationDas Europäische Parlament zeigt sich heute als lebendiges Instrument der Demokratie. Es hat sich seine ständig steigende Bedeutung erkämpft und als Motor des europäischen Reformprozesses erwiesen. Mag. Wolfgang Hiller, Leiter des Informationsbüros des Europäischen Parlamentes in Wien konnte berichten, dass das  Parlament jene europäische Institution sei, die das größte Vertrauen der europäischen Bürger genieße.

Ausgehend vom aktuellen Befund versuchte Dr. Friedhelm Frischenschlager Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln. Spätestens seit der thumb_teilnehmer_1Verfassungsdiskussion in Europa wurde die Kluft zwischen den politischen Eliten und der Basis der Gesellschaft deutlich. Die Dramatik dieser Situation zeigt sich darin, dass Kritik häufig nicht auf eine Änderung der europäischen Politik zielt, sondern gleich die Existenz der Institutionen der Einigung in Frage stellt. Das geht soweit, das nicht mehr der Inhalt eines Reformvertrages von Bedeutung sei, sondern die Frage, welche Inhalte von den Menschen mit getragen werden.

 

thumb_teilnehmer_aus_4_lndernDie Situation in den jüngsten Beitrittsländern Rumänien und Bulgarien wurden von Prof. Gheorge Magas und Margerita Tzankova beleuchtet. Letztere stellte ein interessantes Projekt vor, das darauf zielt, Erwachsene durch ihre Kinder dazu zu bewegen, sich an der Europawahl zu beteiligen. Die beiden steirischen Europaparlamentariern Dr. Reinhard Rack und Mag. Jörg Leichtfried berichteten aus ihrer Arbeit im Europäischen Parlament. Dort werde europäische Politik gestaltet. Wie diese konkret aussehe , könnten die Menschen bestimmen, indem sie Abgeordnete ihres Vertrauens mit einem starken Mandat ausstatten.

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