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Feldbacher Europagespräche 2007

thumb_niemczak-varga-jungwirth-busek-borgulyaEuropa eine Seele geben

„Auch nach 50-jähriger Entwicklung von der EWG zur EU ist Europa nicht fertig. Wichtige Schritte liegen vor uns, die Einigung Europas ist aber weiterhin ohne Alternative“ war das Resümee von  Dr. Erhard Busek bei den diesjährigen Feldbacher Europagesprächen.  Zum 42. Mal hatte Max Wratschgo zu Europagesprächen der Europäischen Föderalistischen Bewegung und
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des Bunden Europäischer Jugend eingeladen. Prof. Kurt Jungwirth, Obmann der Europäischen Föderalisten, nannte diese Gespräche ein „kleines Europa“, gebildet durch Referenten und Teilnehmer.  Hofrat Dr. Rudolf Grasmug ließ als Moderator die Themen der Europagespräche Revue passieren. Tatsächlich wurden in all den Jahren die brennendsten Themen der europäischen Entwicklung diskutiert.

thumb_klztg-2Dr. Busek machte einen Blick 50 Jahre zurück. Der Eiserne Vorhang habe das Gefühl für ein gemeinsames Europa zerstört. Für die Generationen, die zwei Weltkriege erlebt hatten, war die Neugestaltung Europas zunächst ein Friedensprojekt. Eine Bilanz heute zeige, dass europäische Urkonflikte etwa zwischen Frankreich und Deutschland aufgelöst werden konnten. Auch die Spannungen zwischen Österreich und Italien bestehen nicht mehr. Die ehemals „heiße“ Brennergrenze gebe es nicht mehr. Das Verhältnis Österreichs zur Tschechischen Republik bleibe eine Herausforderung, mit Hilfe Europas könne es verbessert werden, hoffte Dr. Busek. Europa eine Seele zu geben, sei das Gebot für die nächsten 50 Jahre und meinte: „Sprechen Amerikaner von den USA, legen sie die Hand aufs Herz, sprechen wir von Europa, greifen wir uns an den Kopf“. Die Menschen müssten die Entwicklung Europas mit ihren Herzen mittragen. Sonst bestünde die Gefahr, dass Krisen der Europäischen Union nicht zu einer Stärkung führen, sondern den Einigungsprozess selbst in Frage stellen. Der Beginn der europäischen Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg war geprägt auch durch Flüchtlinge und Heimatvertriebene. Bernd Niemczak von der Europa-Union Bayern skizzierte den Weg Bayerns nach Europa vor dem Hintergrund der Integration von 2 Millionen Menschen. Der Fall der Berliner Mauer habe Europa vergrößert und friedlicher gemacht, resümierte Bernd Niemczak. Die Entwicklung in der östlichen Hälfte  Europas beleuchtete Dr. Alexander Varga, ehemals stellvertretender Ministerpräsident der Slowakei. Das Ende des kommunistischen Systems durch die politischen Umwälzungen seit 1989 ermöglichte die Überwindung der Teilung Europas. Die EU hat diese Herausforderung angenommen. Heute sind neun Länder des ehemaligen Ostblocks Mitglied in der EU.  Die Hilfe der EU beim Integrationsprozess dieser Länder durch Entwicklungsprogramme wie Phare, hob Dr. Agnes Borgulya von der Universität Pécs hervor. Der Stärkung der Humanresourcen komme entscheidende Bedeutung zu. Es genüge nicht Gelder in die Infrastruktur und Verwaltung der neuen Mitgliedsländer zu stecken. Wenn man Reformen durchführen wolle, müsse man neue Betrachtungsweisen in die Köpfe bringen, betonte Dr. Borgulya. Gerade dadurch erhalte Europa seine Seele.

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